Modernes Maschinenquilten Buchrezension

Maschinenquilten Buchrezension
Und schon wieder den eigenen Horizont erweitert…

Den Plan, mich endlich einmal ausführlich mit Maschinenquilten zu beschäftigen, hege ich nun schon etwas länger. Regelmäßig staune ich über die wunderbaren gequilteten Patchworkdecken, Tischläufer und anderen kreativen Näharbeiten meiner Lieblingsbloggerinnen. Selbst habe ich mich bisher noch nicht ran gewagt, an ein eigenes größeres Quiltprojekt. Zum einen habe ich gezögert, weil ich nicht sicher war, die Zeit für ein derartiges Projekt zu finden und zum anderen hatte ich ein paar Zweifel, ob es mir gelingen würde, mein Projekt sauber genug zu quilten – man liest ja auch, wie wichtig es ist, akkurat zu arbeiten beim Quilten.

Aber irgendwie ist es doch so: Übung macht die Meisterin und gerade die ersten Versuche und Lernschritte in Bezug auf eine neue Technik sind doch besonders charmant und „worth it“.

So ganz ohne Anleitung wollte ich dann aber doch nicht loslegen und bin auf meiner Recherche auf das „Quiltbuch“ von Catherine Redford gestoßen:

Modernes Maschinenquilten

*Das Buch „Modernes Maschinenquilten – perfekt quilten mit der Nähmaschine“ von Catherine Redford wurde mir vom stiebner Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Foto des Bildcovers habe ich zur Veranschaulichung für euch vom Verlag erhalten. Die Bildrechte liegen weiterhin bei  Autor, Verlag bzw. Fotografen.

Modernes Maschinenquilten

Perfekt quilten mit der Nähmaschine

Autorin: Catherine Redford

3.  Neuauflage 2020, 128 Seiten
Format: 27,6 × 21 cm, Softcover
ISBN: 978-3-8307-0985-5

19,90 €

Gebundener Ladenpreis (inkl. MwSt.)

In ihrem ersten Kapitel mit dem Titel „Erste Schritte“ erläutert Catherine Redford einige Basics rund um eine hilfreiche Ausstattung für die eigenen Quiltprojekte. Sie spricht das Thema Füllung (Batting) an und erläutert auf einer Doppelseite verschiedene Vliesarten. Und da zur Ausstattung auch Garn und Maschinennadeln gehören, werden der/dem Leser*in auch zu diesem Thema einige wichtige Infos weitergegeben. Ebenso werden die Basics in der Vorbereitung des Quilt-Sandwichs erläutert – für mich als Neuling im Quiltkosmos super hilfreiche Tipps! Die Tricks erfahrener Quilter*innen können das erste eigene Quilterlebnis enorm zum Positiven beeinflussen. Für mich war z.B. der Hinweis, dass gerade Markierungen, neben dem üblichen Kreidestift, auch sehr gut mit Malerkrepp auf dem Quilt angebracht werden können, so ein praktischer Kniff, um saubere und leicht zu entfernende Markierungen zu erhalten. Auch in Bezug auf die Ausstattung des Quiltzimmers gibt es einiges zu sagen und z.B. dem Nähtisch gehört hier sicherlich ein besonderer Fokus, da Quiltprojekte häufig einiges an Größe und Volumen aufweisen und es das Quiltvorhaben enorm erleichtert, wenn hier ein paar Vorgedanken bedacht wurden.

Im zweiten Kapitel widmet die Autorin sich der Thematik „Quilten mit Obertransport“ und hat hier einiges zu sagen zu Themen wie „Stopps und Starts beim Quilten“, zur Auswahl der Sticklänge oder dem Überpringen kleiner Lücken. Für erfahrene Quilter*innen sicher altbekannte „Basics“, für mich Tipps, die Gold wert sind…

In diesem Kapitel befinden sich auch einige Bilder, die die verschiedenen Techniken des Quiltens mit Oberstransport gut visualisieren. Hier hat mich die Variante des „Matchstick-Quilting“ total angesprochen und ich habe diese Vorgehensweise einmal an einem kleinen Stoffstück ausprobiert. Mein kleines „Matchstick“ und Zackenlinienexperiment habe ich schließlich nicht zu einem der üblichen Quiltprojekte verarbeitet, sondern eine Maskentasche genäht. Ich finde, die Stichkombinationen on Top setzen einen tollen Extraakzent auf das verwendete Stoffstück.

Modernes Maschinenquilten

Hier könnt ihr die Technik aus der Nähe betrachten:

Modernes Maschinenquilten

Aber auch diese füßchenbreit parallel verlaufenden Linien machen schon was her.

Modernes Maschinenquilten

 

Als sehr interessant empfand ich auch die Beschreibungen zum Ausfüllen und Erstellen von Vielecken auf dem Quilt. Zu diesem Thema befindet sich im Buch eine bebilderte Anleitung, in der beschrieben wird, wie eckige Spiralen exakt konstruiert werden können. Ich habe das einmal an einem Waschbeutel ausprobiert.

Modernes Maschinenquilten Modernes Maschinenquilten

Und schließlich widmet sich die Autorin ausführlich dem Thema „Freihandquilten“ und nimmt ihre Leser*innen hier zuerst mit in den Themenbereich Ausstattung – welches Nähfüßchen eignet sich besonders gut? Brauche ich Quilthandschuhe, um die Technik gut umsetzen zu können? (Fazit: alles kann, nichts muss…)

Die verschiedenen Motivmöglichkeiten haben mich schon ganz schön aus dem Häuschen gebracht; und das nur im positiven Sinne! Neben der Methode des „Stippling“, die einige unter euch bestimmt schon an eigenen Projekten umgesetzt haben und durch die eine Art „Allovermuster“ entsteht, verliert Catherine Redford auch einige Worte zum Thema Mäander, zeigt Beispiele von „Nähschreiben“ und „Nähmalen“, führt ein in Schlaufen und Schnörkel, die freihand auf dem Quiltprojekt angebracht einiges her machen können. Hier sind der Fantasie der Quilterin keine Grenzen gesetzt und ich habe ehrlich gestaunt, wie schön exakt gequiltete Puzzleteile, Kieselsteinmuster, Blumenranken, Federn und Farne aussehen können. Die bebilderte Beschreibung zum Quilten von Federn hat es ordentlich in meinen Fingern jucken lassen. Hier liegt für mich auf jeden Fall viel Potential, sich selbst auszuprobieren und herauszufordern. Gerade die Tatsache, dass der Quilt beim Freihandquilten selbst von Hand unter der Nähmaschine transportiert wird und das im besten Fall gleichmäßig geschehen sollte, forderte mir einiges an Konzentration ab. Aber klar – jede neue Technik braucht Übung, Geduld und Experimentierfreude.

So habe ich mich vom 4. Kapitel des Buches inspirieren lassen, in dem sich wunderbare Quiltbeispiele finden und verschiedene Wandbehänge, gequiltete Tischläufer, ein „Reste-Impro-Quilt“, die bekannten Hexagons verarbeitet zu einem „Hexie-Quilt“, ein Quilt aus Tumblern und ein Quilt hergestellt aus „Flying-Geese-Blöcken“ wiederfinden.

Nach so viel Inspiration habe ich mich schließlich an meinem ersten Quiltprojekt  ausprobiert. Und habe hier gleich mal alle wirklich sinnvollen Ratschläge zur Vorplanung des Quilts über Bord geworfen. Ich bin einfach keine Planerin…

Ich habe einen Tischläufer gewerkelt, in dem ich einige Motivbeispiele des Freihandquiltens ausprobiert habe. Zuerst habe ich eine wilde Mischung verschiedener Stoffe mit Blütenmotiven zusammengewürfelt. Die schöne Hexieblume, die ich im Rahmen von Christianes Bloggeburtstag 2021 von Angelika erhalten habe, hat hier auch ihren Platz gefunden.

Modernes Maschinenquilten

Hexieblume

Auch beim Ausprobieren der Freihandtechniken war mein Motto eher „einfach drauflos“, was zu einem Mäander geführt hat, das in eine Spirale mündet.

Modernes Maschinenquilten

Hier ist der Tischläufer noch ohne Binding, dafür aber sind die Sprungfedern, Blütenblätter bzw. Achterschleifen zu erkennen.

Modernes Maschinenquilten

Mein Fazit zum Buch

Um meinen Tischläufer fertig zu stellen, habe ich Informationen zum Thema „Binding“ in Catherine Redfords Buch vergeblich gesucht. Vielmehr befasst sich das Buch  mit den verschiedenen Inspirationen und Techniken des Maschinenquiltens und stellt für mich eine Art Nachschlagewerk dar, in dem sich sehr viele inspirierende Motivmöglichkeiten mit bebilderter Anleitung befinden. Es geht um Informationen zur Ausstattung, die das Quilten erleichtern und um ganz konkrete Informationen zu Quilttechniken und die Umsetzung der Techniken an der Maschine. Das Wissen um das „Binding“ setzt die Autorin voraus und ich bin etwas unschlüssig, an welche Zielgruppe Catherine Redford sich somit wendet. Ich habe mich als Quiltanfängerin generell gut aufgehoben gefühlt mit diesem Buch – konnte gleichzeitig aber nicht automatisch mit dem Thema „Binding“ umgehen. Hier habe ich schließlich noch etwas recherchiert und zwei fantastische Anleitungen auf dem Berninablog gefunden. Einmal habe ich auf diese Weise erfahren, wie man einen Quilt mit einem unsichtbaren Binding einfasst und ich habe auch eine wunderbare Anleitung für ein gutes Gelingen eines perfekten Quilt Bindings gefunden. Diese Anleitung habe ich ausprobiert und ich muss sagen – mein Binding ist wirklich fein geworden! Eine tolle Anleitung und der Nebeneffekt – ich bin während der Umsetzung um ein paar Zentimeter gewachsen vor Stolz!

Modernes Maschinenquilten

Ich bin sehr froh, mich mit diesem spannenden Buch und den darin enthaltenen Techniken befasst zu haben. Und passend zur Thematik waren meine ersten Schritte in die Welt des Quiltens erst der Anfang meiner Reise. Ich bin fasziniert, vielleicht sogar infiziert und werde auf jeden Fall dranbleiben und meine Erfahrungen machen mit dieser unfassbar vielseitigen und wunderbaren Kreativtechnik!

Modernes Maschinenquilten

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One Reply to “Modernes Maschinenquilten Buchrezension”

  1. Liebe Pamela,
    da kannst du zu Recht Stolz auf dich sein. Ich finde deine Quiltarbeiten sehen klasse aus. 😊 Das Buch hört sich total interessant an und du scheinst viel Spaß gehabt zu haben. 👍😁

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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