Mein „Aha“ Erlebnis – Kleidungsstücke selbst entwerfen

Die Grundschnittmethode und ich

Ich bin immer noch ganz euphorisch! In den letzten Wochen habe ich mich über die „Grundschnittmethode“ informiert und mich anschließend ans Werk gemacht, mein neues theoretisches Wissen gleich praktisch auszuprobieren. Wie es mir dabei erging, will ich dir in diesem Beitrag berichten.

*Achtung, Achtung:  Nachfolgender Beitrag enthält Werbung! Ich verlinke zu kostenlosen Schnitt- und Stickdateien. Das Buch „Kleider selbst entwerfen  mit der Grundschnittmethode“ wurde mir  vom stiebner Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

 

Auf die Plätze, fertig, los…

Vor einigen Monaten ist ein neues Buch erschienen im Hause „stiebner“, dessen Titel mich als begeisterte Autodidaktin sofort angesprochen hat:

„Kleider selbst entwerfen mit der Grundschnittmethode“ (von Sara Alm, erschienen im Stiebner Verlag).

Der Titel und die anschaulichen Illustrationen haben mich auf den ersten Blick neugierig gemacht, mehr über die „Grundschnittmethode“ zu erfahren. In der Regel juckt es mich ja ziemlich schnell in den Fingern, wenn ich über ein Schnittmuster stolpere, das mir gefällt, oder wenn ich eine Idee zu einem Schnitt habe. Diesmal habe ich mich allerdings bewusst gebremst und es mir erst einmal mit Sara Alms Buch und einer schönen Tasse Tee (man glaubt es kaum, aber der Herbst ist da) auf dem Sofa bequem gemacht und mich mit Theoriewissen gefüttert. Dabei habe ich festgestellt, dass mich das Buch mit vielen Bildern und konkreten Beispielen sehr anschaulich durch verschiedene Bereiche der Schnitterstellung führt.

Im ersten Kapitel habe ich Einblicke darüber erhalten, was eine Schnittschablone ist und wie ich eine solche ohne großen Aufwand herstellen kann. Die Schnittschablone sollte möglichst einfach gehalten und ohne viel Schnickschnack ausgestattet sein. Ein Grundschnitt eben, der in Zukunft immer wieder verändert werden kann. Aufwändige Abnäher, Raffungen etc., werden aus dem Schnittmuster entfernt, damit der Grundschnitt schön schlicht ist. Dabei gibt es ein paar Materialien, die mir meine Arbeit erleichtern, die man aber, wie du auf dem folgenden Bild sehen kannst, größtenteils zuhause haben dürfte.

 Grundschnittmethode

Darüber hinaus darf natürlich Schnittpapier und/oder ein etwas festeres Papier (z.B. Schnittmusterkarton) nicht fehlen. Da ich keinen Schnittmusterkarton zuhause hatte, habe ich die IKEA Papierrolle ausgepackt, die ich meinen Kindern zum Malen gekauft hatte und war begeistert, wie schön diese wesentlich kostengünstigere Alternative zur Erstellung meines Grundschnitts funktioniert.

Zu den Grundlagen zur Anfertigung der Schnittschablone gehört auch eine Passage über die verschiedenen Konstruktionslinien, die für eine gute Passform des Schnittmusters notwendig sind.

Außerdem erklärt Sara Alm, welche Eigenschaften der von dir erstellte Grundschnitt haben sollte, damit du viel Freude dabei hast, diesen Grundschnitt ganz nach deinen Vorstellungen zu verändern. Gleichzeitig nimmt die Autorin dir den Druck, dass du gleich mit einem perfekt sitzenden Grundschnitt aufwarten musst, wenn du eigene Schnitte erstellen möchtest. Vielmehr erklärt sie, dass der erste Grundschnittentwurf meistens noch hier und da angepasst werden muss, bevor irgendwann dein fertiger“Modellschnitt“ entsteht, der schließlich nach Lust und Laune von dir verändert werden kann.

Sara Alm führt ihre Leser*innen durch verschiedene Möglichkeiten der Schnittveränderung. Sie zeigt dir anhand vieler anschaulicher Bilder, wie du deinen Grundschnitt zur Herstellung verschiedener Röcke, Oberteile oder Hosen verändern kannst. Hier gibt es reichlich Varianten deinen Schnittentwurf z.B. auf verschiedene Weise auszustellen, Falten in den Grundschnitt einzuarbeiten, Abnäher zu versetzen, den Taillenbund zu verändern, Teilungsnähte zu verändern, verschiedene Ärmelvarianten auszuprobieren, verschiedene Verschlüsse, Taschen oder Kragenvarianten einzuarbeiten.

Da bei mir Röcke gerade Mangelware darstellen und die Schnittmuster von Röcken gut darstellbar sind, um das Prinzip der Grundschnittmethode zu veranschaulichen, habe ich mich daran gemacht, einen Grundschnitt für einen Rock zu erstellen und diesen zu verändern.

Mein Grundschnitt orientiert sich am Freebook Cordula von „PS Handmade 2015“. Wenn du hier klickst, kommst du zu meinem Beitrag über Cordula und zu Infos zur Bezugsquelle des Schnittmusters.

Die Tasche des Originalschnitts habe ich beibehalten. Verändert habe ich den Taillenbund und die obere und untere Rockpartie. Wie du auf dem folgenden Bild sehen kannst, habe ich mich dafür entschieden, Falten in mein Schnittmuster einzuarbeiten. Hier habe ich das Wissen über Konstruktionslinien aus dem Buch genutzt und auf einer Kopie meines Grundschnitts die Stelle markiert, an der die Falten entstehen sollen.

Grundschnittmethode

Nachdem ich die Falten numeriert hatte, konnte ich bewaffnet mit Schere und Klebeband und nach Anleitung der Autorin den oberen Rockteil um die entsprechende Breite erweitern. Auf dem Bild siehst du den bearbeiteten Grundschnitt.

Grundschnittmethode

Wenn du auf Nummer sicher  gehen willst, probiere deinen neuen Papierschnitt einmal an, um Veränderungen vorzunehmen, bevor du das Schnittmuster auf Nessel probenähst…

Ich habe diesen wohlgemeinten Rat selbst mal wieder nicht eingehalten und mich dennoch sehr gefreut, dass ich dank der guten Anleitung von Sara Alm zur Belohnung einen gut sitzenden Rock erhalten habe.

Rock Grundschnittmethode

Auf dem Bild kannst du die von mir eingearbeiteten Falten im Rock erkennen. Außerdem habe ich eine Bindekordel in den Rockbund eingearbeitet und den Bund so verändert, dass die Taschen höher sitzen als im Originalschnittmuster.

Rock Grundschnittmethode

Rock GrundschnittmethodeUnistoffe versehe ich gerne noch mit einem kleinen Akzent. Die kostenlose Stickdatei „Pfauenfeder“ von Stickeck findest du hier.

Stickdatei Pfauenfeder

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass ich auch den Rocksaum verändert habe, da mich die Vorstellung, dass sich das Muster meiner Rocktaschen noch einmal an anderer Stelle wiederholt, charmant fand.

Mein Fazit zum Buch:

Ich bin positiv überrascht, wie anschaulich das Theoriewissen im Buch dargestellt wird und der Weg von der Theorie der Schittveränderung in die Praxis gemeinsam mit der Autorin gegangen werden kann.  Durch die vielen veranschaulichenden Bilder und die „Step by Step“ Anleitungen zur Schnittveränderung wird das Herstellen eigener Schnitte zu einer Freude, die jeder, der gerne bastelt, klebt und schneidet, meistern wird.

Verlinkt bei:

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2 Replies to “Mein „Aha“ Erlebnis – Kleidungsstücke selbst entwerfen

    1. Hey Annette,
      schön, dass dir mein „Schnittversuch“ gefällt. Ich freue mich auch richtig darüber, jetzt im Herbst mal wieder einen Cordrock mein Eigen nennen zu dürfen.
      Die Stick-Freuden Linkparty ist doch fast schon ein muss, wenn man Textilien gerne mit Stickereien verziert…😊
      LG Pamela

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