Taschenkult – Nähen ohne Schnittmuster

Taschenkult Rezension
*Dieser Beitrag enthält Werbung! Das Buch „Taschenkult“ von Kristin Ritschel wurde mir  vom EMF-Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Das Foto des Bildcovers habe ich zur Veranschaulichung für euch vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Die Bildrechte liegen weiterhin bei  Autor, Verlag bzw. Fotografen.

Mein Farbexperiment

Es ist ein wirklich schönes Gefühl, einen schon länger gehegten Plan in die Tat umzusetzen und sich auf das Ergebnis zu freuen. Nachdem meine Lieblings-Alltagstasche sich mittlerweile  in ihre Bestandteile aufgelöst hat, war klar – ich brauche eine neue Allltagsbegleiterin.

Die Idee für meine neue Tasche habe ich aus dem Buch „Taschenkult“ von Kristin Ritschel, erschienen in der „Edition Michael Fischer (EMF)“, geschöpft. Das Buch kommt mit seinen 64 Seiten eher schlank daher, hat aber einiges zu bieten. Das Spannende hinter den Taschenmodellen des Buches ist die Idee, dass es möglich ist, eine schöne Alltagsbegleiterin ganz ohne Schnittmuster und nach eigenen Vorlieben zu fertigen. Hierzu werden die vorgeschlagenen Maße der verschiedenen Taschen direkt auf den erwählten Stoff übertragen.

Passend zum Buchformat führt Kristin Ritschel zu Beginn des Buches kurz und knackig durch die wichtigen Grundlagen des Taschennähens. Hier dürfen natürlich die wichtigsten Stiche nicht fehlen und es werden auch verschiedene Varianten zur Befestigung der Taschenträger vorgestellt. Um die selbst genähte Tasche ganz nach den eigenen Bedürfnissen zu fertigen, können mithilfe des Buches verschiedene Innentaschenvarianten nach den eigenen Vorlieben gefertigt werden.

Die Taschenvorschläge des Buches kommen dann auch aus ganz verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens. Neben Ideen für Mäppchen und Schreib-Set inspiriert die Autorin zu edleren Taschenvarianten, wie der eigenen Clutch. Für Taschenträger*innen, die zu bestimmten Gelegenheiten kein XXL-Format mit sich herumtragen möchten, gibt es in der „Gürteltasche“ genug Stauraum für die wirklich wichtigen Utensilien, wie Geldbeutel, Handy, Hausschlüssel…

Da ich mich eher als „XXL-Taschentante“ bezeichnen würde, habe ich einen interessierten Blick auf die „Family-Bag“ und den schönen „Rucksack mit Laptopfach“ geworfen. Entschieden habe ich mich schließlich für die „Umhängetasche mit Überschlag“, die ihr auf dem Buchcover sehen könnt.

Taschenkult

 

Das Buch

Autorin: Kristin Ritschel

erschienen in der Edition Michael Fischer (EMF)

1. Auflage 2017, 64 Seiten

Kosten: 9,99 € (Deutschland), 10,30 € (Österreich)

ISBN 978-3-86355-703-4

Vor allem der „Überschlag“ und die spannende Verschlussvariante sind für mich ein echter Hingucker! Aber auch die leuchtenden Farben des Modells haben gleich meine Aufmerksamkeit gefesselt. Das fröhliche Coverbild hat mich schließlich dazu animiert, kunterbunte Stoffe für meine neue Tasche auszuwählen. Meine Wahl fiel auf einen knallgelben Canvas, den ich bei Herbert Textil erstanden habe und einen Baumwollstoff, designed von POPPY Europe, der mit seinen leuchtenden Farben den Frühling noch einmal so richtig feiert. Und das, obwohl gelb eigentlich so gar nicht meine Farbe ist… mein erstes gelbes Teil… wenn das mal nicht vom Coverbild des Buches inspiriert wurde.

Schließlich hatte ich die von mir vorerst erwählten Taschenutensilien zusammen – vorerst? Tja, wenn ein Nähprojekt bei mir ins Rollen kommt, entwickelt sich nicht selten eine gewisse Eigendynamik und eigentlich geplante Schritte werden spontan dann doch anders vollzogen… das führt mitunter zu spannenden Ergebnissen…

Das Ausgangsmaterial

Die von mir gewählte Tasche kommt durch einen asymmetrischen Verlauf der Oberkante und den daraus entstehenden asymmetrischen Überschlag verspielt daher. Als Verschluss ist in der Anleitung ein Magnet angedacht. Dadurch, dass die Tasche am oberen Taschenrand einfach umgeklappt wird, kommt der gemusterte Innenstoff neckisch zum Vorschein. Da ich, was Taschen betrifft, ein Reißverschlussfan bin und mir die zusätzliche Verschlussmöglichkeit sinnig erscheint, habe ich mich entschieden, die Anleitung für mich um das Thema Reißverschluss zu ergänzen. Als schön am Arbeitsprozess empfand ich die Tatsache, dass die Ergänzung meiner persönlichen Vorlieben in die beschriebenen Anleitungen meinen Nähprozess überhaupt nicht gestört hat. Neben den Reißverschluss an der Oberkante habe ich mich entschieden, meine Tasche im Inneren mit einem Doppelfach mit Gummizug und einer Reißverschlusstasche mit Beleg auszustatten. So kann ich wichtigen Utensilien, wie Geldbeutel oder Schlüssel, feste Plätze in meiner Tasche reservieren und erspare mir langes Herumwühlen im Tascheninneren. Die Reißverschlusstasche habe ich nach der gut durchdachten Anleitung im Buch gefertigt.

Taschenkult Rezension

Belegtasche nähen

Auch bei der Wahl meiner Taschenhenkelvariante konnte ich mithilfe der Kombinationsmöglichkeiten im Buch die für mich passende Variante finden.

Ich habe mich gefreut, dass ich hier auch ein kleines „Upcyclingprojekt“ starten konnte. Verwendet habe ich für den Taschenhenkel nämlich einen Teil eines alten Rolladengurtes, den der Fensterbauer beim Fenstertausch eigentlich entsorgen wollte. Der Rolladengurt ist schön stabil und eignet sich perfekt dazu, Gurte an Taschen oder andere Ordnungshelfer zu nähen.

Um meiner Tasche auch mit Reißverschluss die Funktion des Überschlags zu erhalten, habe ich zusätzlich noch ein Steckschloss am Taschenkörper angebracht. Und auch hier habe ich den „Minigurt“ mit Hilfe meines Rolladenbandes gefertigt.

Um das Steckschloss stabil am Taschenkörper zu befestigen habe ich zwei kleine Lederstücke in Form geschnitten und aufgenäht.

Taschenkult Rezension

Auf die Rückseite meiner neuen Tasche durfte wieder das“Sterntalermädchen“ hüpfen. Diesen selbst digitalisierten Umriss habe ich vor kurzem bereits für ein Kosmetiktäschchen verwendet. Ich finde, das Mädel macht sich richtig gut auf dem satten Gelb des Baumwollcanvas.

Taschenkult Rezension

Mein Fazit zum Buch

Mit „Taschenkult“ hat Kristin Ritschel ein Buch geschrieben, das die wichtigsten Techniken des Taschennähens auf den Punkt bringt. Der/die Leser*in wird ermutigt, anhand der einzelnen Gestaltungsmöglichkeiten seine/ihre eigene ganz individuelle Tasche zu fertigen. Durch den Aufbau des Buches weckt die Autorin Experimentierfreude. Auch diejenigen unter euch, für die ein Reißverschluss als „must have“ zur Tasche gehört, können im Buch anhand der Anleitungen für die „Yogatasche“, oder die „Gürteltasche“ ihren Reißverschluss an der eigenen Tasche befestigen. Hierfür solltet ihr Lust darauf haben, euch auszuprobieren und die Muße besitzen, am richtigen individuellen Format herumzutüfteln.

Menschen mit weniger Näherfahrung können die Schritt für Schritt Anleitung des Buches nutzen und nach der Anleitung vorgehen. Die Erklärungen der im Buch beschriebenen Innentaschenvarianten werden von der Autorin allerdings nur teilweise bebildert beschrieben, weshalb Nähanfänger*innen hier entweder ein wenig Mut zur Lücke benötigen, oder eine reicher mit Bildern versehene Anleitung zum Fertigen der ersten eigenen Tasche heranziehen sollten.

Ich jedenfalls bin super happy mit meiner neuen Alltagsheldin und sehr froh über die neu gewonnenen Näherfahrungen.

Verlinkt bei:

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6 Replies to “Taschenkult – Nähen ohne Schnittmuster

    1. Liebe Ingrid,
      lieben Dank! Nachdem ich am Anfang befürchtet hatte, dass mir die knalligen Farben in Kombination zu krass sein könnten, fühle ich mich jetzt sehr happy mit meiner farbenfrohen neuen Tasche😊.
      LG Pamela

    1. Liebe Karin,
      die Variante mit dem Steckschloss finde ich auch schön und habe mich bei Fertigstellung der Tasche sehr darüber gefreut, dass rund um den Verschluss, irgendwie alle gut miteinander harmoniert😊.
      LG Pamela

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